Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt schrumpfende Größen von Neubauwohnungen seit 2005. Bis 2050 werden die Wohnungen in Deutschland danach im Schnitt sechs Quadratmeter kleiner sein als heute.
Seit 1965 wuchs die durchschnittliche Wohnungsgröße von 69 auf 94 Quadratmeter – und damit um mehr als ein Drittel. Parallel dazu hat sich die Wohnfläche pro Person von knapp 20 auf gut 49 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Doch seit etwa 2005 werden Neubauwohnungen wieder kleiner und bis 2050 dürfte die durchschnittliche Wohnung etwa sechs Quadratmeter kleiner sein als heute, so die DIW-Prognose auf Basis amtlicher Statistik-Daten.
Kleinere Haushalte und gestiegene Immobilienpreise
Der Rückgang der Neubaugrößen signalisiere einen strukturellen Wandel auf dem gesamten Wohnungsmarkt und ähnele der in vielen anderen Industrieländern. Ursache seien kleinere Haushalte und steigende Immobilienpreise. Der Anteil der Einpersonenhaushalte in Deutschland habe sich seit den 1960er Jahren auf 41 Prozent verdoppelt. In Großstädten wie Berlin oder München liege er sogar bei rund 50 Prozent. Der starke Anstieg der Immobilienpreise seit 2010 verschärfe die Entwicklung. Viele könnten sich größere Wohnungen nicht mehr leisten. Gleichzeitig seien für Bauträger kleine Wohnungen wirtschaftlich attraktiver.
Perspektive bis 2050: Weniger Fläche, mehr Effizienz
Kleinere Wohnungen seien aber kein Rückschritt, sondern eine notwendige Anpassung an gesellschaftliche Realitäten, betont Studienautor Sebastian Kohl. "Kleinere, gut geschnittene und energieeffiziente Wohnungen werden die zentrale Wohnform der Zukunft sein – und sie sind ein Schlüssel, um den großen Energiebedarf des Gebäudesektors zu senken", so Kohl.
(DIW / STB Web)
Artikel vom 13.01.2026