Arzneimittel-Lieferengpässe bleiben in Deutschland ein Thema. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Apothekenkonjunkturindex (APOkix) des IFH Köln. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Lage jedoch verbessert.

74 Prozent der befragten Apotheken gaben an, in den letzten drei Monaten stark von Lieferengpässen bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln betroffen gewesen zu sein. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 92 Prozent. Ob sich die Situation in absehbarer Zeit weiter verbessert, ist nach Einschätzung der Apotheken jedoch ungewiss: Lediglich 12 Prozent gehen davon aus, dass sich die Engpassproblematik in den kommenden Monaten spürbar entspannen wird.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel stärker betroffen

Verschreibungspflichtige Arzneimittel sind häufiger von Engpässen betroffen. Besonders häufig zu Lieferschwierigkeiten kam es in den vergangenen drei Monaten bei Psychopharmaka/Antidepressiva (88 Prozent), Blutdruckmitteln (79 Prozent), Cholesterinsenkern (77 Prozent).

ALBVVG nur bedingt wirksam

Das im Juli 2023 in Kraft getretene Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) soll die Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln stärken, Lieferengpässe reduzieren und die Abhängigkeit von Produktionsstandorten außerhalb der EU verringern. Eine spürbare Verbesserung nehmen bislang jedoch lediglich 22 Prozent der Befragten wahr.

Rund ein Viertel gibt an, dass durch das ALBVVG die Anzahl der Retaxationen aufgrund des engpassbedingten Austauschs von Medikamenten deutlich gesunken sei (26 Prozent). Dennoch sieht sich aktuell fast jede zweite Apotheke häufig lieferengpassbedingten Retaxationen gegenüber (48 Prozent).

(IFH KIel / STB Web)

Artikel vom 09.02.2026