Einer repräsentativen forsa-Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands zufolge nutzt der Großteil der Versicherten (71 Prozent) die eigene elektronische Patientenakte (ePA) nicht aktiv. Ein weiterer Teil (9 Prozent) hat Widerspruch eingelegt oder sie löschen lassen.

Befragt wurden im November 2025 1.037 gesetzlich Versicherte ab 16 Jahren, davon 1.000 Personen, die die ePA kennen. Die Befragten gaben mehrheitlich an, dass sie sich noch nicht mit der ePA auseinandergesetzt haben (75 Prozent). Jeder Dritte sieht keinen persönlichen Nutzen in der ePA (33 Prozent). Auch Datenschutzbedenken und Sorgen hinsichtlich der Datensicherheit halten einen Teil der Versicherten davon ab, ihre ePA aktiv zu nutzen (jeweils 13 Prozent).

"Die elektronische Patientenakte ist noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Das ist wenig überraschend, denn zentrale Funktionen, wie digitale Impf- oder Bonushefte, fehlen weiterhin", sagt Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Komplizierte Einrichtung, fehlende Unterstützung

Als Hürde wird außerdem ein komplizierter und unübersichtlicher Einrichtungsprozess der ePA genannt. Teils werden auch eine unzureichende Unterstützung und unklare Informationen durch die Krankenkassen bemängelt. Zudem lasse sich nicht immer ausreichend festlegen, wer auf welche Daten zugreifen darf. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich bei der ePA insbesondere genaue Steuerungsmöglichkeiten wünschen, wer welche Daten sehen darf.

Obwohl 94 Prozent der Befragten bereits von der ePA gehört haben, bestehe weiterhin Aufklärungsbedarf, so die Verbraucherschützer. So weiß nur ein Viertel der Befragten (25 Prozent), dass Daten aus ihrer ePA künftig auch für Forschungszwecke verwendet werden können.

(Verbraucherzentrale Bundesverband / STB Web)

Artikel vom 18.02.2026