In wirtschaftsstarken Regionen steigen die Immobilienpreise bis 2035 weiter – in strukturschwachen Kreisen hingegen sinken sie. Das zeigt eine neue Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für alle 400 deutschen Kreise.
Entscheidend ist demnach nicht die Frage Stadt oder Land, sondern die wirtschaftliche Zentralität einer Region: Wer gut an große Arbeitsmärkte angebunden ist, profitiert. Unter Druck geraten vor allem Regionen mit schrumpfender Bevölkerung und schwachen Arbeitsmärkten – etwa weite Teile Ostdeutschlands abseits der Metropolen, das Saarland, ländliche Kreise in Rheinland-Pfalz und das Ruhrgebiet.
Wachstum wird vor allem für große Metropolregionen wie Hamburg, Berlin oder Frankfurt sowie deren gut angebundenes Umland erwartet. In Bayern und Baden-Württemberg profitieren auch ländlichere Kreise – die stärksten Regionen legen um mehr als zwei Prozent pro Jahr zu. Auffällig: München selbst gehört nicht zur Spitzengruppe – dafür aber fast das gesamte Umland der bayerischen Landeshauptstadt. In Nordrhein-Westfalen ist Köln die einzige Stadt, für die die Prognose ein deutliches Wachstum ausweist.
"Wohnungspolitik muss stärker regional denken", sagt IW-Immobilienexperte Pekka Sagner. In strukturschwachen Regionen sieht das IW geringe Investitionsanreize. Deshalb müsse es dort darum gehen, den Bestand zu erhalten, energetisch zu modernisieren und lokale Wohnungsmärkte langfristig zu stabilisieren. In den Metropolen bleibe hingegen der Neubau die dringlichste Aufgabe.
(IW / STB Web)
Artikel vom 25.03.2026