Eine Analyse hat Immobilientransaktionen der letzten Jahre nach Verkaufsmotiven untersucht. Über 70 Prozent der Immobilienverkäufe in Deutschland wurden danach freiwillig getätigt. Etwas mehr als ein Viertel entstanden aus finanziellen Drucksituationen oder Insolvenzverfahren.
Für die Auswertung hat der Immobiliendienstleister JLL das Transaktionsvolumen der Jahre 2024 bis Mitte 2026 in Höhe von knapp 87 Milliarden Euro untersucht. Bei mehr als drei Viertel des Verkaufsvolumens konnten die jeweiligen Motive der Marktteilnehmer identifiziert werden. Unterschieden wurde dabei zwischen einer freiwilligen Veräußerung (über 70 Prozent), einem Verkauf aufgrund finanziellen Drucks sowie einer Transaktion im Zuge einer Insolvenz. Demnach waren bei etwas mehr als einem Viertel des Transaktionsvolumens finanzielle Drucksituationen (17 Prozent) oder Insolvenzverfahren (10 Prozent) ausschlaggebend für den Verkauf.
Motive bei freiwilligen Verkäufen vielfältig
Die Motive bei freiwilligen Verkäufen seien dabei vielfältig, so die JLL-Analysten. Die Erfüllung des eigenen Businessplans, etwa durch den planmäßigen Verkauf einer fertiggestellten Projektentwicklung oder durch die Veräußerung einer Immobilie am Laufzeitende eines geschlossenen Fonds, dominiert als Hauptgrund mit 41 Prozent, gefolgt von der Anpassung der Anlagestrategie (30 Prozent) sowie individuellen Opportunitäten (27 Prozent).
Das Heben von stillen Reserven ist zwar nur bei zwei Prozent der Verkäufe der Beweggrund. Gerade bei Corporates könne das allerdings eine wichtige Motivation sein, um betriebs- oder nicht mehr betriebsnotwendige Immobilien zu veräußern.
Unterschiede nach Assetklassen
Differenziert nach verschiedenen Assetklassen weist der Logistiksektor mit 87 Prozent den höchsten Anteil freiwilliger Veräußerungen auf. Dahinter folgen das Bürosegment mit 76 Prozent, Living mit 70 Prozent und Einzelhandel mit 66 Prozent. Mit knapp 30 Prozent gab es im Living-Segment den höchsten Anteil von Verkäufen aufgrund finanziellen Drucks. Insolvenzverkäufe traten am häufigsten beim Einzelhandel auf (26 Prozent).
(JLL / STB Web)
Artikel vom 10.09.2026
